Der größte Feind des Menschen, ist seine Faulheit.
Er weiß, dass er was tun müsste.. aber er tut es nicht.
Nicht weil er nicht kann, und auch nicht weil er nicht will.. im tieferen Sinne…
Er will eigentlich schon… irgendwo… aber er tut nichts. In Gedanken, klingt alles so schön, und passt so gut zusammen, und wäre auch wunderbar umzusetzen, wenn.. ja.. wenn….
Wenn er sich endlich mal aufgerafft und den ersten Schritt in die jeweilige Richtung getan hätte.. Aber warum? Es ist doch so bequem hier gerade.. und das jammern macht ja eigentlich schon Spaß… und in Wahrheit ändert es ja gar nichts wenn er was tut.. bringt ja doch nichts.
Eigentlich müsste er es besser wissen.. tut es aber nicht.
Denn…
Der größte Feind des Menschen, ist seine Eitelkeit.
Das tägliche Prüfen des Spiegelbildes, mit immer dem gleichen Ergebnis.
Er hasst was er sieht.
Das ist schlecht, das ist hässlich, da könnte was weniger sein, da was mehr, und wie das erst aussieht… Die ständige Unzufriedenheit mit sich selbst.. Das Abblocken von Komplimenten, die er gar nicht hören will, weil er sie nicht glaubt..Oder etwa doch?
Vielleicht will er sie doch hören.. weil sie ihn kurz glauben lassen, dass es vielleicht doch anders ist, und alles nur an der eigenen Wahrnehmung liegt. Aber nein.. das kann nicht sein. Oder etwa doch?
Und selbst wenn nicht, wen interessiert es denn? Jeder Mensch hat sicherlich mehr als eine Person in seinem Leben der es egal ist wie er aussieht. Die sich nicht schämt mit ihm gesehen zu werden.
Man müsste es eigentlich besser wissen, tut es aber nicht.
Denn…
Der größte Feind des Menschen, ist sein Stolz
Er muss stark sein! Er darf keine Schwäche zeigen! Er zieht sich in sich selbst zurück, und verletzt die, die helfen wollen. Aber er darf ja keine Hilfe annehmen. Stark sein! Zudem will er Andere nicht mit diesem Kram belasten, es nervt bestimmt nur. Zudem kann ihm eh keiner helfen.. nicht dabei. Keine Schwäche zeigen! Doch insgeheim, hätte er gerne Hilfe. Jemanden der da ist.. jemanden der ihn versteht.. und dabei merkt er gar nicht, dass er mehr als nur einen Menschen hat, der genau diesen Posten übernehmen könnte, und auch liebendgerne täte, wenn er nur seinen Mund aufmachen würde. Sagen würde was los ist… was ihn bedrückt.. was ihm Sorgen bereitet… sich kurz eingesteht, dass er nicht so stark ist wie er gerne wäre, und zulässt dass die Menschen die sich um ihn sorgen, für ihn da sein können. Weil in Wirklichkeit ist er gar nicht so allein wie er es sich gern einredet. Doch die Andern können nicht Gedankenlesen.
Eigentlich müsste er es besser wissen.. tut es aber nicht.
Denn..
Der größte Feind des Menschen, ist sein Verstand.
Das ewige Hin- und Her- Überlegen, was er tun soll. Innere Monologe die zu nix führen, weil er eigentlich weiß, dass das andere Ich recht hat, aber es trotzdem nicht wahrhaben will. Mit den Gedanken völlig bei dieser Sache festhängen, obwohl er sich auf viel wichtigere Dinge konzentrieren müsste.. aber er rutscht immer wieder zu dem einen Thema zurück. Obwohl bloßes Nachdenken nichts bringen wird. Denn meistens, ist ja nicht nur er allein betroffen.. meistens denkt er nicht nur über sich selbst nach.. oft .. nein, fast immer über andere Menschen. Es bringt nichts, sich über Dinge den Kopf zu zerbrechen, die er so nicht ändern kann.. oder vielleicht auch gar nicht ändern will.
Eigentlich müsste er es besser wissen.. tut es aber nicht.
Denn..
Der größte Feind des Menschen, sind seine Gefühle.
Das Aufrechterhalten sinnloser Beziehungen die zu nichts führen… aus Liebe, die wohl nicht erwidert wird, oder auch einfach aus dem Bedürfnis nach Zweisamkeit.. und der gleichzeitigen Angst vor dem allein und einsam sein. Sei es auch zum Teil aus Gewohnheit… oder einfach wegen der ewig anhaltenden Hoffnung, dass die Verliebtheit der ersten Tage doch noch irgendwann zurückkehrt und alles wieder so wunderschön ist, wie ganz am Anfang. Er leidet.. er ist unglücklich.. aber dennoch ändert er nichts.. denn es könnte doch wieder besser werden.. oder etwa nicht?
Eigentlich müsste er es besser wissen.. tut es aber nicht.
Denn..
Der größte Feind des Menschen, ist sein Hang zum Masochismus
Dinge in Erfahrung bringen, von denen er weiß, dass er sie eigentlich doch gar nicht wissen will. Denn Unwissenheit ist oft ein Segen. Sich selbst quälen, indem er sich auf Dinge einlässt, von denen er schon im Voraus weiß, dass sie ihm schaden. Wofür? Um im Nachhinein sagen zu können „ich wusste es doch!"? Leiden, indem er sich selbst bestraft.. Die Flucht in Dinge wie Fressattacken, Hungerstreiks oder auch gerne mal ungezügelten Alkoholkonsum, obwohl er doch weiß, dass die damit erzeugte Befriedigung nur von kurzer Dauer ist, und das, was darauf folgt meist viel schlimmer ist als der Ausgangspunkt.
Eigentlich müsste er es besser wissen.. tut es aber nicht.
Denn..
Der größte Feind des Menschen, ist seine Naivität.
Das stetige Streben nach Glück. Endlich mit Sich und seinem Leben zufrieden sein. Einfach glücklich. Die unerschütterliche Hoffnung. Der nicht zerstörbare Glauben, an das Gute im Menschen. Nicht aufgeben.. irgendwann wird alles anders.. oder etwa nicht?
Man müsste es eigentlich besser wissen.. tut es aber nicht.
Denn..
Mein größter Feind:
bin ich